Test: Digitales Wissen

Was ist ein Chatbot? Wer darf Wikipedia-Artikel schreiben? Und wie heißen die Gründer von Google? Sicherlich können Sie diese Fragen beantworten. Zumindest, wenn es – wie bei „Wer wird Millionär“ – vier Antworten zur Auswahl gibt. Oder vielleicht doch nicht? Wir wollten es genau wissen und haben gemeinsam mit dem Departement Wirtschaft der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg einen Test zum digitalen Wissen in Deutschland entwickelt. Die 48 Fragen, für die man rund 10 Minuten benötigt, wurden dann von einer Stichprobe von 1.000 Probanden ab 18 Jahren bevölkerungsrepräsentativ nach Alter und Geschlecht beantwortet.

Viel Luft nach oben

Und das Ergebnis? Der Durchschnittsdeutsche erreicht 38 von 100 Punkten, d.h. rund 18 der 48 Fragen wurden im Schnitt richtig beantwortet. Die männlichen liegen dabei nur minimal besser als die weiblichen Teilnehmer. Beim Alter ist, erwartungsgemäß, eine klare Korrelation erkennbar. Die Jungen bis 29 liegen dabei rund 10 Punkte über den älteren Probanden ab 70 Jahren. Hinsichtlich des Berufsabschlusses gibt es nur geringe Unterschiede. Beim Beschäftigungsstatus liegen, wie zu erwarten, die Schüler und Studenten altersgemäß vorne und die Rentner hinten. Die Selbständigen stechen positiv hervor.

Doch der Test kann noch mehr, denn die Fragen kommen aus 6 Wissensbereichen. Und insbesondere in den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen liegen die Ergebnisse noch unterhalb des sowieso schon geringen Durchschnittswertes. Nun, vor der Vorstellung der Ergebnisse im Detail, ein kleiner Spoiler-Alarm: Bevor Sie weiterlesen, sollten Sie den Test zunächst einmal selbst machen. Die Teilnahme ist für Leser des Personalmagazins selbstverständlich kostenlos. Und nach der Beantwortung aller Fragen erhalten Sie Ihre individuelle Testauswertung per E-Mail.

Digitaler Wissenstest

Die Ergebnisse (oder: Das Grauen im Detail)

Im Bereich Technologie zeigen sich enorme Unterschiede, immerhin zweidrittel der Bevölkerung wusste, was ein Chatbot ist. Doch die richtige Antwort bei der Blockchain hatten gerade einmal 11% der Teilnehmer. Die Antworten zu wirtschaftlichen Fragen weisen die schlechtesten Ergebnisse auf. Der Index liegt bei 26, also nahezu bei zufälliger Auswahl der Antworten. 80% hielten das Wochenende rund um Black Friday und Cyber Monday für die umsatzstärkste Shopping-Aktion und vergaßen dabei den chinesischen Singles-Day komplett – kein Wunder dass auch nur rund jeder Zweite das Land mit den meisten Internetnutzern kannte. Der weltweite Anteil am E-Commerce wurde hingegen maßlos überschätzt. Im Bereich der Unternehmen wussten immerhin 84%, dass Amazon der größte Onlineshop nach Umsatz in Deutschland ist. Auch DAZN und Fortnite erfreuten sich guter Bekanntheit. Das Vorbild für Zalando hingegen kennt kaum jemand, genauso wie die Töchter Nest von Alphabet oder Oculus Rift von Facebook.

In der Anwendungspraxis wissen 4 von 5 Befragten, dass Sie nach dem Kauf in Online-Shops 14 Tage Rückgaberecht haben. Doch schon bei der Eingrenzung einer Suche auf Google auf eine Webseite oder der Frage, wer bei Wikipedia Artikel bearbeiten darf, offenbarten sich große Lücken. Mit einem Index von 45 wurden im Wissensbereich Menschen insgesamt die besten Ergebnisse erzielt, Jeff Bezos als Chef von Amazon kannten über zweidrittel der Teilnehmer. Doch wenn dann fast jeder zweite den Apple-Gründer Steve Wozniak für den Erfinder des World Wide Webs hält und mehr als die Hälfte glaubt, dass Kim Kardashian die meisten Follower auf Instagram hat, wird man auch hier schnell auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Im Wissensbereich Gesellschaft konnten fast 5 von 6 Befragten Shitstorms richtig erklären, doch andere Begriffe wie Creepypasta oder die Generation Y waren vergleichsweise unbekannt. Die weltweite Internetnutzung wird deutlich überschätzt und Afrika als den Kontinent, der nach Asien die zweithöchste mobile Internetnutzung hat unterschätzt.

Was machen mit dem Wissen?

Neben der individuellen Auswertung bietet sich für Unternehmen auch die Möglichkeit, eine Unternehmensauswertung zu erhalten – für Leser des Personalmagazins ist auch dieses Angebot kostenlos. So kann das eigene Wissen des Mitarbeiters mit dem Unternehmen und dem deutschen Durchschnitt verglichen werden. Und das Unternehmen erhält eine Auswertung über den Wissenstand der Mitarbeiter (selbstverständlich anonym) und hat so schlagende Argumente für intensivere Bemühungen im Bereich der Weiterbildung.